Grußwort von Frau Dr. Regina Dube
Dr. Regina Dube, Leiterin der Abteilung Wasserwirtschaft, Gewässer- und Bodenschutz, Meeresschutz im BMUV
Quelle: WSA Elbe
Sehr geehrter Herr Seidig,
sehr geehrte Damen und Herren,
ich freue mich sehr, heute hier sein zu dürfen und zu Ihnen zu sprechen. Gestern Abend hatte ich schon Gelegenheit, die schöne Stadt Wittenberg zu besichtigen und die Bedeutung der Elbe – auch für diesen Ort – zu erspüren.
Uns allen liegt die Elbe am Herzen, deshalb sind wir heute hier. Die Elbe ist nicht nur ein wertvolles Ökosystem, mit wertvollen Lebensräumen für Tiere und Pflanzen und einzigartigen Natur- und Kulturlandschaften, von denen die vielfältigen Schutzgebiete in ihrem Einzugsgebiet von der deutsch-tschechischen Grenze bis zum Wehr Geesthacht ein eindrucksvolles Zeugnis ablegen. Vielmehr verbindet sie auf vielfältige Weise die Menschen, die am Fluss leben, mit ihrer Region.
Für viele stellt die Elbe ein Stück Heimat dar, die es zu bewahren gilt und die – eine nachhaltige Nutzung unterstellt – Lebens- und Wirtschaftsraum für viele Menschen in der Region bereitstellt.
Jeder und jede, der oder die schon einmal an einem naturnahen Stück der Mittelelbe gewandert oder auf ihr gepaddelt ist, weiß, was für eine unbezahlbare Schönheit diese Landschaft hat.
Aber wo Menschen aufeinanderstoßen, gibt es Konflikte. Und so war es vor fünf Jahren ein historisches Ereignis, dass wir uns alle gemeinsam aufgemacht haben, die wasserwirtschaftlichen Anforderungen, den Schutz des wertvollen Naturraumes von Fluss und Auen und eine umweltverträgliche verkehrliche Nutzung der Elbe gleichrangig zu verbinden. Dies ist die gemeinsame Aufgabe von Bund und Ländern unter Einbindung der Umwelt- und Naturschutzverbände sowie zivilgesellschaftlicher Gruppen und der Öffentlichkeit in der Region.
Das ist nicht immer leicht, das gebe ich gerne zu. Aber es lohnt sich im Dialog um die besten Lösungen zu ringen und umso dankbarer bin ich allen amtlichen und ehrenamtlichen Akteuren für ihr Engagement. Das ist nicht selbstverständlich und verlangt Offenheit und Kompromissfähigkeit.
Wir müssen nun Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerökologie an der Elbe planen und durchführen. Das ist auch für die Umsetzung des Blauen Bandes Deutschland, dem gemeinsamen Programm des Bundesumwelt- und des Bundesverkehrsministeriums, wichtig. Damit soll verstärkt in die Renaturierung von Bundeswasserstraßen und Auen investiert und neue Akzente in Natur- und Gewässerschutz, Hochwasservorsorge sowie Wassertourismus, Freizeitsport und Erholung gesetzt werden.
Es ist eine große Chance, dass die WSV nicht mehr nur für den Ausbau von Flüssen für die Schifffahrt, sondern auch für den wasserwirtschaftlichen Ausbau der Bundeswasserstraßen zuständig ist, um den guten ökologischen Zustand nach der Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen. Hier an der Elbe muss sich das bewahrheiten.
Das GKE und die mit ihm geschaffenen Strukturen der Kooperation und der Abstimmung sind notwendig, um gemeinsam Maßnahmen für die Elbe zu diskutieren und dann auch umzusetzen bzw. die Umsetzung zu begleiten. Und da stehen wir jetzt an einem entscheidenden Punkt.
Aber wir müssen auch die Zeichen der Zeit erkennen. Spätestens nach den Dürreereignissen 2018 und 2019 sowie nach der verheerenden Überflutung im Ahrtal ist klar, das GKE muss auch hier an der Elbe Gewässerschutz, Naturschutz, Klimaanpassung und nachhaltige Nutzungen zusammenbringen. Das im BMUV in Erarbeitung befindliche Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz wird wichtige konzeptionelle und finanzielle Beiträge dazu leisten können.
Letztlich hat auch die jüngste Oderkatastrophe gezeigt, wie vulnerabel unsere Flüsse sind, gerade in Zeiten des Klimawandels. Wir werden uns auf häufigere und längere Niedrigwassersituationen einstellen müssen und diese Erkenntnis wird auch im GKE Berücksichtigung finden müssen.
Aber zunächst einmal freue ich mich auf einen Tag voller interessanter Vorträge und unseren Austausch dazu.
Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
Letzte Änderung: 09.02.24
