Erster Workshop zur Umsetzung des GKE an der Elbstrecke zwischen Damnatz und Hitzacker erfolgreich!
Datum 16.11.2023
Auf Einladung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Elbe kamen am Dienstag, 14.11.2023 etwa 100 Teilnehmende aus Verbänden, Vereinen, Behörden, Wirtschaft, Politik sowie Wissenschaft und Forschung zusammen. In Vorträgen und Workshops und an Diskussionsständen informierten sich die Teilnehmenden über den Zustand der Elbe und ihren Auen im Bereich der sogenannten Elbe-Reststrecke und kamen ins Gespräch.
Kira Colbatz, Teilprojektleiterin für die WSV-Maßnahmen zur Umsetzung des Gesamtkonzeptes Elbe im WSA Elbe: „Für uns war der Workshop ein großer Erfolg: Expertinnen und Experten haben gut verständlich Fakten zum Ist-Zustand vermittelt. Die regionalen Stakeholder gaben zahlreiche und wichtige Hinweise für die weitere Umsetzung des Gesamtkonzeptes Elbe zwischen Damnatz und Hitzacker. Der intensive und gewinnbringende Austausch ist eine gute Basis für das weitere Vorgehen.“
Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) informierte zum Beispiel über die Entwicklung der Sohlhöhen im Bereich der Elbe-Reststrecke. Dr.-Ing. Gudrun Hillebrand, kommissarische Leiterin des Referats Gewässermorphologie, Sedimentdynamik und -management in der BfG erklärte: "Seit 20 Jahren gibt es keine Sohlerosion zwischen Damnatz und Hitzacker". Dennoch gibt es Defizite in diesem Bereich der Elbe, der sowohl Teil des länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe als auch des transeuropäischen Verkehrsnetzes im Korridor Orient/Östliches Mittelmeer ist. Der Geschiebetransport in alternierenden Bänken, einer für die Elbe untypischen Sonderform des Transportes von Sand im Gewässerbett, führt dazu, dass die Elbe-Reststrecke die Binnenschifffahrt zwischen Magdeburg und Lauenburg behindert. Der gute ökologische Zustand, ein Ziel der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, ist noch nicht erreicht. Die Auen sind nach den Forschungsergebnissen des Bundesamtes für Naturschutz zwar weniger stark verändert als beispielsweise am Rhein, jedoch gilt es, diesen guten Zustand auch im Bereich der Elbe-Reststrecke durch die Umsetzung von geeigneten Maßnahmen zu erhalten und zu verbessern. Die Diskussionen zeigten, dass die Berücksichtigung dieses interdisziplinären Handlungsbedarfs für viele Teilnehmende als besondere Herausforderung bei den Planungen beurteilt wird.
In der Veranstaltung wurden bereits erste zielführende Möglichkeiten für eine nachhaltige und gleichrangige Entwicklung der Elbe-Reststrecke vorgestellt. Die Planungen an verschiedenen Varianten haben begonnen und werden in den kommenden Monaten, auch unter Berücksichtigung der Ergebnisse des ersten Workshops und von Klimasimulationen, fortgesetzt. Die Planungsvarianten für die komplexe Maßnahme sollen im nächsten Jahr bei mehreren Veranstaltungen in der Region vorgestellt und diskutiert werden.
